Willkommen im Röntgen-Jubiläumsjahr 2020

 

Wohl kaum ein anderer Physiker ist weltweit so bekannt wie Wilhelm Conrad Röntgen (geb. am 27. März 1845, gest. am 10. Februar 1923 im Alter von 77 Jahren).

Durch die Entdeckung seiner später nach ihm benannten Röntgenstrahlen ist er bis heute ein wichtiger Teil unseres Lebens.

 

In diesem Jahr nun gibt es gleich ein Doppeljubiläum zu feiern: denn sein Geburtstag jährt sich zum 175. Mal und seine Entdeckung der Röntgenstrahlen vom 8. November 1895 zum 125. Mal.

 

Wusstet ihr, dass er die X-Strahlen, die später nach ihm benannt worden sind, in Würzburg entdeckte?

Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Abschnitt.

 

Und weil 2020 das Röntgen-Jubiläumsjahr gefeiert wird, habe ich für euch in der aktuellen Ausgabe des Buches Würzburg für Kids & Co auch eine Biografie mit vielen Bildern zu diesem interessanten Mann zusammengestellt

(S. 296-303).

+++ Zum Beispiel verriet er als Schüler bei einem Streich nicht seinen Mitschüler an den Lehrer und wurde dafür bestraft - trotzdem wurde er Professor der Physik und liebte es,

im Gramschatzer Wald auf die Jagd zu gehen.

Seid gespannt! +++

 

Außerdem findet ihr in diesem handlichen Ratgeber einen reichbebilderten Überblick über Röntgens Spuren in Würzburg & Umgebung, wo wir sie heute finden (S. 303-313).



Ihr glaubt gar nicht, wo ihr heute überall Seine Spuren in Würzburg findet!

(1) die Röntgen-Gedächntnisstätte

+++ Ein Historischer Ort: hier weilte Röntgen einst +++

Am Anfang unserer Spuren-Suche steht selbstverständlich der Ort, an welchem Röntgen die berühmten Strahlen entdeckte - dieser Ort heißt seit 1985 Röntgen-Gedächntnisstätte und ist zum Glück noch erhalten:

Unweit vom Würzburger Bahnhof seht ihr auf der gegenüberliegenden Seite am Röntgenring schon bald das heute zur FH W-S gehörende stattliche Haus Nr. 8.

Früher gehörte dieses Gebäude zum Physikalischen Institut der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

 

Und genau in diesem Haus wohnte einst W.C. Röntgen ... zusammen mit seiner Frau Bertha, seiner Tochter Josephine Bertha und dem jungen Hausmädchen in einer 7-Zimmer-Wohnung.

Und eine Etage darunter lag das Physikalische Institut der Julius-Maximilians-Universität Würzburger mit einem der modernsten Labore der damligen Zeit, in welchem der 50jährige Röntgen am späten Freitagabend des 8. Novembers 1895 experimentierte - und die X-Strahlen entdeckte.

 

Heute gehört sein Labor zur Röntgen-Gedächntnisstätte, wo ihr u.a. den original Schreibtisch von Röntgen sowie seinen Versuch sehen könnt, wie er ihn vermutlich für sein bahnbrechendes Experiment aufgebaut hatte.

 

 

 

 

 

 

 

Roland Weigand (Vorstandsmitglied vom Röntgen-Kuratorium Würzburg e.V.) erklärt den Versuchsaufbau von Röntgen

Die Röntgen-Gedächtnisstätte gewährt euch einen Einblick in die experimentelle Physik des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Hier seht ihr neben der Entdeckungsapparatur für einen Kathodenstrahlversuch (der die Basis seiner Entdeckung war) auch einen Durchleuchtungsversuch mit X-Strahlen.

 

Gleich nebenan im historischen Hörsaal Röntgens sitzen übrigens Wissbegierige noch heute auf dem historischen Gestühl - in der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (kurz: FH W-S).

 

Und auf dem Gang befindet sich eine spannende Ausstellung mit mehreren Abschnitten:

Hier hängt übrigens auch noch die Original-Tafel, welche Röntgen von den bedeutendsten deutschen Physikern jener Zeit als Würdigung seiner wissenschaftlichen Verdienste zu seinem Geburtstag geschenkt bekam.

 

Im Moment wird die Röntgen-Gedächntnisstätte neu gestaltet: Bald wird ein spannender und eigenständiger Rundgang durch die Ausstellung möglich sein.


(2) die EPS-Stele

+++ Ein Historischer Ort: hier weilte Röntgen einst +++

Jetzt wird es sogar europäisch, denn wir stehen vor der EPS-Stele vor der Röntgen-Gedächntnisstätte Würzburg (zusammen mit Roland Weigand, Vorstandsmitglied vom Röntgen-Kuratorium Würzburg e.V.).

 

Die EPS (European Physical Society) zeichnete Würzburg im Jahr 2016 mit dieser Metallstele aus, von der es deutschlandweit nur noch zwei weitere gibt (und zwar in Berlin und München)!

 

 

Erinnern soll sie an den historisch bedeutsamen Ort, an welchem Röntgen 1895 als Professor der Physik die X-Strahlen entdeckte - ein "historic site" von weltweiter Bedeutung!

 

Heute gehört dieses Gebäude am Röntgenring 8 zur FH W-S (der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt), während es zu Röntgens Zeiten das Physikalische Institut der Universität Würzburg beheimatete.

So verwundert es nicht, dass ihr an diesem Ort von europäischer Bedeutung auch gleich eure Sprachkenntnisse trainieren könnt, denn auf der Rückseite der Stele steht der Text auf Englisch.

 

Mit Röntgens ehemaliger Wirkungsstätte hat die EPS bis jetzt rund 30 "Historic Sites" ausgezeichnet, mit denen sie Orte in Europa würdigt, die für die Entwicklung und die Geschichte der Physik bedeutsam sind.

Nur zwei weitere davon befinden sich wie gesagt in Deutschland:

die Physik-Fakultät der LMU München und das Institut Berlin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.


(3) die Julius-Maximilians-Universität Würzburg

+++ Ein Historischer Ort: hier weilte Röntgen einst +++

Es war kein geringerer als der bayrische Prinzregent Luitpold, der Röntgen 1888 zum Professor für Experimentalphysik an der Universität Würzburg ernannte.

 

Hinzu kommt, dass Röntgen an unserer Uni zweimal zum Rektor avancierte: im Wintersemester 1893/1894 und erneut im Sommersemester  1894.


(4) der Würzburger Nobelpreisträgerlehrpfad

Heute beginnt direkt gegenüber vom Hauptgebäude der Neuen Würzburger Universität (am Sanderring 2) im Ringpark ein Nobelpreisträgerlehrpfad.

 

Die erste von insgesamt 14 (!) informativen Tafeln mit vielen Details zu den "Würzburger Promis" ist W.C. Röntgen gewidmet.

 

Warum? Na weil Röntgen 1901 der allererste Nobelpreisträger weltweit war, dem der schwedische Kronprinz auf Einladung der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften einen Nobelpreis überreichte.

 

Röntgen bekam diesen Nobelpreis für Physik, denn im Rahmen seiner Anstellung als Professor für Experimentalphysik an der Würzburger Uni hatte er im November 1885 die X-Strahlen entdeckt, die später nach ihm benannt wurden.

 

Download
Der allererste Nobelpreisträger - von Würzburg und auch weltweit
Im Würzburger Ringpark
Die Tafel von Wilhelm Conrad Röntgen.pdf
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Und auch in der Umgebung von Würzburg stößt man auf W.C. Röntgen

(5) Das GasthAUS "Zum Lamm" - in Rimpar

Oft kehrte Röntgen mit seiner Familie, seinen Freunden oder auch Kollegen im Gasthaus Zum Lamm in Rimpar ... denn dieses Gasthaus lag auf dem Weg, wenn Röntgen von Würzburg mit der Kutsche in den Gramschatzer Wald zur Jagd fuhr.

Im Kellergewölbe wurde vor einigen Jahren ein Wilhelm Conrad Röntgen Keller eingerichtet. Dort können heute bis zu 40 Personen feiern und sich kulinarisch verwöhnen lassen.


+++ FORTSETZUNG FOLGT +++



 

Für dieses Röntgen-Jubiläumsjahr 2020 waren gerade auch in Würzburg zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen geplant. Leider sind sie aufgrund des Coronavirus alle bis auf weiteres abgesagt.

 

Doch wir hoffen sehr, dass zumindest das Wissenschaftsfestival vom 22.-26. September in Würzburg stattfinden kann.

Bei diesem Event wird auch der Würzburg für Kids Verlag live dabei sein!